Fenster

Das Fenster zur Welt

Die ersten Jahre habe ich Twitter vor allem als Weiterbildungs-Tool in der digitalen Welt genutzt. Die aktuellen Trends, die neusten Upgrades, Einstellungen, Versionen und was es zu beachten gab … die entsprechend kompetenten Accounts – Zeitschriften und Influencer-Persönlichkeiten – posteten dazu oft noch am selben Tag. Mit Links zu weiterführenden und ausführlichen Tipps und Informationen. So blieb mir viel wichtige Recherche-Arbeit erspart.

Selber berichtete ich aus meinem kulturellen Alltag in Berlin, von Ausstellungen und Design-Ereignissen, von abgeschlossenen eigenen Projekten. Im Speziellen auch von meinem Engagement im Bereich der Erinnerungskultur.

Nun, in der langen Zeit der Isolation während und nach der Transplantation war Twitter auf andere Weise mein Fenster zur Welt. Umringt von piependen Geräten war an Schlaf oft nicht zu denken. Auf Twitter war immer jemand wach …
Das Thema hatte sich 2016 und 2017 verschoben. Die geheime Liste meiner liebsten FollowerInnen nannte ich „Family to Go“. Eine Familie, die ich immer dabei hatte. Nicht die Menschen, die mir im realen Leben nah sind und die sich Sorgen um mich machten, sondern unbekannte, entfernte Seelenverwandte. Das war unbelastet und trotzdem vertraut, ihre eigenen Sorgen und Nöte, ihr Blick auf die jeweils aktuellen Ereignisse, und auch ihre Unterstützung und ihr Zuspruch war oft wunderbar und hilfreich.
Auch habe ich Einblick in meine komplizierten Prozesse gewährt, nicht zuletzt mit dem Ziel, Interessierte/Betroffene/Angehörige zu erreichen.

Wie, wozu und wie oft man Twitter nutzt, diesen ständigen Fluss mit reingeworfenen FlaschenPosts, muss man selber bestimmen und gestalten. Wie sich mein lieb gewonnener Twitter-Account verändern wird, darauf bin ich gerade selber gespannt …
Herzlich willkommen!

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